Merkblatt Technische Fahrzeugmessung

(Technische Abnahme nach §21 StVZO oder §13 EG-FGV)

Dieses Merkblatt gibt Ihnen nähere Informationen zur Technischen Fahrzeugmessung, falls diese für die technische Abnahme nach §21 StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung) oder §13 EG-FGV (Europäische Fahrzeug-Genehmigungs-Verordnung) seit dem 01.05.2009 benötigt wird.

Umfang der Technischen Fahrzeugmessung

1. Erstellung eines Abgasgutachtens mittels eines zertifizierten Abgasprüfstandes im EU- Zyklus auf EURO/Abgas -Norm des entsprechenden Baujahres

(gepr. nach Richtlinie 70/220/EWG oder VO(EU) 715/2007 in den jeweils gültigen Fassungen)

2. Prüfung / Erstellung eines Nachweises zur EMV (Elektromagnetische Verträglichkeit)

(gepr. nach Richtlinie 72/245 in der jeweils gültigen Fassung)

3. Prüfung / Erstellung eines Nachweises für Geräusch – Emissionen

(gepr. nach Richtlinie 70/157/EWG in der jeweils gültigen Fassung)

4. Prüfung / Erstellung eines Nachweises der Bremsanlage

(gepr. nach 71/320/EWG oder VdTÜV-Merkbl. 754 i. Verb. m. §41 StVZO)

5. Ermittlung von Leistung /Höchstgeschwindigkeit / Maßen / Gewichten

(durch einen aaS (amtlich anerkannter Sachverständiger) eines akkreditierten Dienstes)

6. Zusammenfassung aller Messergebnisse in einem TÜV-geprüften Datenblatt

geeignet zur Fahrzeugprüfung nach §21 StVZO / §13 EG-FGV durch einen akkreditierten Dienst und anschließender Möglichkeit zur Erlangung einer Fahrzeug Einzel-Betriebserlaubnis

Hinweise zur Technischen Fahrzeugmessung

Technische Fahrzeugmessungen sind grundsätzlich Zeit- und Kostenintensiv!

Zur Messung sollte das Fahrzeug daher in einwandfreier Verkehrstauglichkeit bereitgestellt werden, ohne überflüssige Anbauteile (z.B. Dachboxen) und ohne zusätzliche Gewichte (Ladung, Gepäck, etc.). Vor dem Prüftermin muss das Fahrzeug mindestens 350 km auf eigener Achse mit höchster Kraftstoffqualität (102 ROZ) gefahren werden.

Es gibt keine Bestehensgarantie!

In einem Abgasmesslabor müssen die entstehenden Kosten unabhängig vom Messergebnis bezahlt werden. Gemessen wird grundsätzlich der tatsächliche Ist Zustand des Fahrzeugs im jeweils gesetzlich vorgeschriebenen Prüfzyklus. Das Personal des akkreditierten Dienstes ist nicht für Einstellungen und Optimierungen zuständig. Abweichungen von den Herstellermessungen sind sehr wahrscheinlich, deren Werte können aber nicht zur Verbesserung von Messergebnissen herangezogen werden. Das gilt erst recht für RDE (Real Drive Emissions) Ergebnisse.

Es gibt keine Folgegarantie!

Wenn die Werte des Abgasgutachtens erheblich unterhalb der bestehenden Grenzwerte liegen, wird das entsprechend erstellte Datenblatt in der Regel als Grundlage für weitere baugleiche Fahrzeuge akzeptiert. Bei Werten deutlich unterhalb der bestehenden Grenzwerte muss bereits ein weiteres baugleiches Fahrzeug mit ähnlich guten Werten im Abgasmesslabor den Prüfzyklus bestehen. Bei Werten im näheren Bereich der Grenzwerte müssen dann schon mindestens drei erfolgreich geprüfte baugleiche Fahrzeuge nachgewiesen werden, bevor eine Entscheidung getroffen wird, ob das erstellte Datenblatt als Grundlage dienen kann. Zu beachten ist auch, dass die Anforderungen mit der Einführung von WLTP und RDE stärker als in früheren Zeiten angestiegen sind.